Muss ein erkrankter Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber mitteilen, welche Aufgaben gerade besonders dringlich sind? Viele Arbeitsverträge enthalten Klauseln, die genau das verlangen. Für Arbeitgeber ist das organisatorisch nachvollziehbar. Rechtlich ist jedoch zwischen der Krankmeldung nach § 5 EFZG und einer zusätzlichen arbeitsbezogenen Mitwirkung zu unterscheiden. Das LAG Baden-Württemberg hat diese Grenze in einem (Teil-)Urteil vom 19. Februar 2026 (8 Sa 25/25) klar gezogen: Eine arbeitsvertragliche Regelung,…
Today is World Mental Health Day. To mark the occasion, we have republished our article exploring the important area of workplace mental health, one of the most pressing concerns for employers globally in today’s difficult climate. First, we explore the position in Italy and then seek insights from 18 other countries from across the world, including three new contributions from Belgium, Estonia and Germany for…
Der Beweiswert von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen beschäftigt regelmäßig die Gerichte. Dabei geht es meist um inländische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Doch wie ist es um den Beweiswert von ausländischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AUB) bestellt? Ausgangspunkt: inländische AUB Eine im Inland ausgestellte AUB gilt grundsätzlich als ausreichender Nachweis für die Arbeitsunfähigkeit. Ihr kommt ein hoher Beweiswert zu – das heißt, sie begründet die Vermutung, dass der Arbeitnehmer tatsächlich arbeitsunfähig ist. Der Arbeitgeber kann…
Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist das zentrale Beweismittel eines erkrankten Mitarbeiters für die Entgeltfortzahlung. Was passiert, wenn sich Zweifel des Arbeitgebers an der Erkrankung nur aus Einzelaspekten ergeben, die jeweils für sich genommen nicht ausreichend sind? Bereits Anfang des Jahres entschied das BAG (5 AZR 284/24) über eine mögliche „Gesamtschau“ zum Beweiswert einer im Nicht-EU-Ausland erstellten Bescheinigung (Blogbeitrag vom 30. Januar 2025). Nunmehr hat das Landesarbeitsgericht Köln…
Die Altersteilzeit ist ein beliebter Weg, um Arbeitnehmern einen früheren Übergang in den Ruhestand zu ermöglichen. Wegen der besonderen Planungssicherheit wählen Arbeitgeber häufig das sog. Blockmodell. Denn es ermöglicht dem Arbeitgeber einen Personalwechsel, ohne dass über die Konditionen eines Aufhebungsvertrags und insbesondere Abfindungszahlungen verhandelt werden muss. Die Ausgestaltung von Altersteilzeitvereinbarungen sollte sorgfältig vorbereitet werden, um Risiken für beide Seiten zu minimieren. Dieser Beitrag befasst sich…
Under Hungarian law, employers have a duty to ensure that employees can work safely and without risk to their health. One way of ensuring this was through mandatory occupational health assessments. Before 1 September this year, all employers had to have a medical service provider (a so-called company doctor) and all employees had to undergo a medical examination before starting work. Periodic and, in justified…
Die krankheitsbedingte Kündigung ist der Hauptanwendungsfall der personenbedingten Kündigung. Unterschieden wird im Kern zwischen häufigen Kurzerkrankungen, Langzeiterkrankung und dauernder Arbeitsunfähigkeit. Selbst eine nahezu „wasserdichte“ krankheitsbedingte Kündigung wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit kann am Inhalt einer nachlässig erstellten Betriebsratsanhörung scheitern. Dreistufige Wirksamkeitsprüfung und Darlegungslast Die soziale Rechtfertigung krankheitsbedingter Kündigungen ist in drei Stufen zu prüfen. Es geht darum, ob (1.) eine negative Gesundheitsprognose vorliegt, (2.) eine erhebliche Beeinträchtigung…
Arbeitnehmer können aus persönlichen Gründen an der Arbeitsleistung gehindert sein. In bestimmten anerkannten Situationen ist das Fehlen auf der Arbeit dann entschuldigt. Dass der Arbeitgeber das Gehalt während der Fehlzeit weiterzahlen muss, folgt daraus aber nicht zwingend. Zeigen sich langfristig Einschränkungen bei der Leistungsfähigkeit, sollten diese frühzeitig einer gemeinsamen Lösung zugeführt werden, da andernfalls der Bestand des Arbeitsverhältnisses gefährdet sein kann. Der Grundsatz: Ohne Arbeit…
Das BAG erachtet eine krankheitsbedingte Kündigung ohne Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (kurz: bEM) zwar nicht per se als unwirksam, überträgt dem Arbeitgeber* im Falle eines unterbliebenen bEM aber die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass ein bEM „objektiv nutzlos“ gewesen wäre (siehe z. B. BAG v. 18.11.2021 – 2 AZR 138/21). Damit führt das unterbliebene bEM in der Regel zur Unwirksamkeit der ordentlichen krankheitsbedingten Kündigung. Doch was gilt bei…
Die Digitalisierung schreitet in großen Schritten voran und erfasst immer neue Bereiche der Arbeitswelt. Diese Entwicklung hat nunmehr auch einen Klassiker des deutschen Arbeits- und Sozialversicherungsrechts „erwischt“ – den sog. „gelben Schein“, der zu Jahresbeginn durch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ersetzt wurde. Ziele des Gesetzgebers waren Bürokratie-Abbau und weniger Aufwand für alle Beteiligten (BT-Drs. 19/13959, S. 2), insbesondere für die Arbeitnehmerinnen*. Über die zum 1….










Suche