Steigende Verbraucherpreise belasten derzeit das Portemonnaie der Haushalte in Deutschland. Die Politik und Arbeitgeber suchen nach transparenten und fairen Lösungen, um die gestiegenen Belastungen auszugleichen. Eine auf den ersten Blick ebenso elegante wie nachvollziehbare Idee: Die Vergütung der Arbeitnehmer wird automatisch entsprechend der Entwicklung des Verbraucherpreisindexes des Statistischen Bundesamtes angepasst. Rechtlich ist das jedoch nicht haltbar – so das LAG Köln (LAG Köln vom 29….
In unserem Podcast „7 MIN. Arbeitsrecht für Entscheider (m/w/d)“ präsentieren wir Ihnen in nur sieben Minuten die neuesten Themen aus dem Arbeitsrecht im Nachrichtenformat. In dieser Episode geht es um: 1.Vergütungssysteme im Wandel: Die Rolle des EU AI-Acts Beim Einsatz von KI für Vergütungsentscheidungen, etwa Performance-Scoring als Grundlage für Bonuszahlungen, treffen die EU-Entgelttransparenzrichtlinie und der EU AI-Act unmittelbar aufeinander. Während Erstere Transparenz und Gleichbehandlung bei…
Das BAG hat mit Urteil vom 28. Januar 2026 – 10 AZR 261/24 entschieden: Beschäftigte in Elternzeit ohne Teilzeitbeschäftigung haben keinen Anspruch auf den tariflichen Inflationsausgleich nach Tarifvertrag, wenn im maßgeblichen Zeitraum kein Entgeltanspruch besteht. Die Tarifvertragsparteien durften die Leistung an einen Entgelt- oder Entgeltersatzbezug knüpfen. Ein Verstoß gegen AGG, TzBfG, Art. 3 Grundgesetz oder das Maßregelungsverbot lag nach dem BAG nicht vor. Das BAG bestätigt damit:…
In den vergangenen Wochen hat die Gewerkschaft ver.di vermehrt zu Streiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Die Auswirkungen spüren nicht nur Pendler, sondern auch Arbeitgeber deutlich. Längere Pendelzeiten, verpasste Arbeitsbeginne und organisatorische Engpässe werfen einige zentrale Fragen auf: Wer trägt eigentlich das Risiko verspäteter Arbeitsantritte während eines Streiks im Nahverkehr? Welche arbeitsrechtlichen Möglichkeiten haben Arbeitgeber, wenn Arbeitnehmer nicht pünktlich erscheinen? Unser Blogbeitrag gibt einen Überblick über…
Die Vergütung von Vorständen ist und bleibt ein sensibles Thema. Hohe Boni für Vorstandsmitglieder sorgen in der Öffentlichkeit immer wieder für Unmut. Das gilt besonders für Fälle, in denen Stakeholder oder die Allgemeinheit unter einer Unternehmenskrise leiden und die Zahlungen nach der öffentlichen Wahrnehmung einfach nicht mehr „passen“. In solchen Situationen folgt oft der Ruf nach Kürzung oder Rückforderung von Boni. Ein prominentes Beispiel hierfür…
Tarifverträge enthalten häufig Regelungen zur bezahlten Freistellung, damit Mitglieder von Tarifkommissionen ihre Aufgaben ohne finanzielle Nachteile wahrnehmen können. Doch wo liegen die Grenzen beim Freistellungsanspruch? Das Bundesarbeitsgericht hat in einem aktuellen Urteil deutlich gemacht: Nicht jede tarifpolitische Tätigkeit begründet einen Anspruch auf Vergütung. Tarifkommissionen sind gewerkschaftliche Gremien, die gebildet werden, um mit den jeweiligen Arbeitgebervertretern über einen Tarifvertrag zu verhandeln. Sie setzen sich in der Regel…
In Betrieben, in denen das An- und Ausziehen von Dienstbekleidung oder notwendige Waschzeiten zum Arbeitsalltag gehören, kann die hierfür aufgewendete Zeit im Einzelfall vergütungspflichtig sein. In der Praxis sehen Tarifverträge oftmals vor, dass Zeiten wie zum Beispiel für das An- und Ablegen von Schutzkleidung mit einem pauschalen Wert auf einem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben werden. Wie aber ist mit solchen Zeiten umzugehen, wenn Arbeitnehmer krankheits- oder urlaubsbedingt…
Die Abgrenzung zwischen vergütungspflichtiger Arbeitszeit und unbezahltem Arbeitsweg sorgt in der Praxis immer wieder für Unsicherheit. Besonders bei Reisetätigkeiten, erforderlichen Wegen zur eigenen Ausrüstung oder zum Umkleiden mit bereitgestellter Dienstkleidung stellt sich die Frage: Wann beginnt die vergütungspflichtige Arbeitszeit? Ein Überblick über typische Wegezeiten und ob sie zu vergüten sind. Arbeitsweg muss nicht vergütet werden Die Wegezeit zwischen Wohnung und Arbeitsstelle gilt nach ständiger Rechtsprechung…
Rund ein Drittel der Deutschen ist heute tätowiert, besonders in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen sind Tätowierungen sehr beliebt und gelten als Ausdruck individueller Lebensgestaltung. Doch was geschieht, wenn eine frische Tätowierung gesundheitliche Folgen hat und eine Entzündung zur Arbeitsunfähigkeit führt? Für Arbeitgeber stellt sich in solchen Fällen die Frage: Muss der Arbeitgeber Entgeltfortzahlung leisten? Eine Frage des Verschuldens im Sinne des § 3 Abs. 1…
Will der Arbeitgeber verhindern, dass der Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses für einen Wettbewerber tätig wird, kann ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart werden. Ein solches ist wirksam, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für die Dauer des Verbots eine Karenzentschädigung in Höhe von mindestens 50 % der zuletzt bezogenen Vergütung zahlt. Was einfach klingt, bietet viel Konfliktpotential in der Praxis. Häufig ist unklar, was unter die zuletzt bezogene…










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